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7. April 2020

Newsletter

Logo des Fair Festival Awards. Titel des Awards auf rotem kreisförmigen Hintergrund ver.di Fair Festival Award

Liebe Festivalarbeiter*innen,

mit diesem Newsletter wollen wir Euch noch einmal an unsere Umfrage zum fairsten Filmfestival Deutschlands erinnern und noch einmal den Kontext der Umfrage erläutern.

Zum anderen wollen wir Euch in diesen schwierigen und für Viele existenzbedrohenden COVID-19-Zeiten gebündelte Infos zu Hilfestellungen, rechtlichen Bedingungen und konrkreten Handlungsmöglichkeiten zukommen lassen und Euch auf das Beratungsangebot von ver.di für seine Mitglieder hinweisen.

Fair Festival Award – macht mit!

Vor zwei Monaten – gefühlt in einer anderen Zeitrechnung – haben wir eine Umfrage zum FAIR FESTIVAL AWARD gestartet. Ziel ist es, das Festival mit den fairsten Arbeitsbedingungen zu würdigen, aber auch ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen. Denn schon vor Corona wussten wir, dass Festivalarbeit oft prekär und ein rechtsfreier Raum ist. Angesichts der Krise erleben wir nun gerade im Festivalbereich, wie ein System, das auf tönernen Füßen stand, in kürzester Zeit kollabiert. Die Frage ist, wie wir mit ihm und der öffentlichen Förderung weitermachen bzw. es wieder aufbauen wollen und werden.

Um aber zukünftig agieren zu können, brauchen wir belastbare Daten. Erste Hinweise zur Lage können uns die Ergebnisse unserer – absolut anonymen – Umfrage liefern. Um die komplexen Arbeitsbeziehungen in der deutschen Festivallandschaft im Detail abzubilden, reicht eine solche Umfrage natürlich nicht aus. Hier geht es vielmehr darum, einen ersten Überblick und gut quantifizierbare Daten zu bekommen. Bitte füllt daher die Umfrage aus, so gut es geht, um unsere gemeinsame Arbeit zu unterstützen und das fairste Festival zu küren.

Die bislang rege Beteiligung an der Umfrage zeigt, dass das Thema Arbeitsbedingungen Euch bewegt. Um wirklich aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, wäre es aber gut, wenn noch mehr Festivalarbeiter*innen teilnehmen würden – vor allem auch von Festivals, die bislang nur mit einer Stimme vertreten sind. Deshalb: Teilt den Aufruf auch unter Euren Kolleg*innen – gerade jetzt.

In einem zweiten Schritt wenden wir uns gezielt an die Festivals mit den höchsten Rankings und werden dann noch einmal eine repräsentative, anonyme Umfrage unter den Festivalarbeiter*innen dieser Festivals vornehmen, um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Jetzt habt Ihr es in der Hand!

#FairOderPrekär #FairFestivalAward

Zur Umfrage

Gerade jetzt: Nicht mehr einzeln, sondern zusammen in der AG Festivalarbeit in ver.di

Das Coronavirus stellt unser aller Leben auf den Kopf. Gerade jetzt zeigt es sich, dass wir als Einzelkämpfer*innen wenig bewirken. Denn jetzt geht es zum einen um akute Unterstützung für jede*n in dieser Krise und zum anderen um die Gestaltung der Arbeitsbedingungen bei Festivals danach. Beides kann besser gemeinsam in ver.di funktionieren.

Mitglied werden

*Gib unter Art der Tätigkeit “Festivalarbeit” an und schreib eine Mail an kathlen.eggerling@verdi.de, damit wir Dich in unseren Verteiler aufnehmen können

Infos und Hilfestellungen

Festivalarbeiter*innen, als überwiegend selbstständige und unregelmäßig tätige Menschen, sind im Moment besonders betroffen. Euer Einkommen bricht weg. Denn überall werden Festivals gerade abgesagt, verschoben oder in neuer Form online veranstaltet. Deshalb haben wir von der AG Festivalarbeit in ver.di für Euch zusammengestellt, welche Unterstützungen es im Moment gibt, aber auch welche strategischen Maßnahmen ver.di als notwendig erachtet. Für ver.di-Mitglieder gibt es darüber hinaus natürlich die Möglichkeit, individuelle Beratung in Anspruch zu nehmen, egal ob als Selbständige oder als Angestellte.

Hilfe für Selbstständige

Hier findet Ihr beschlossene und geplante Hilfen, aktuelle rechtliche Bedingungen und konkrete Handlungsmöglichkeiten. Die Infos werden laufend aktualisiert und ergänzt:
https://selbststaendige.verdi.de/beratung/corona-infopool und
https://www.facebook.com/Selbststaendige
Diese umfassen die Töpfe und Zugänge zu Corona-Soforthilfen von Bund und Ländern genauso wie weitere Unterstützungsmöglichkeiten, z.B. Wohngeld, Hilfe bei Quarantäne, Grundsicherung und Arbeitslosengeld (für Selbstständige, die entsprechend versichert sind).

Hilfe für Arbeitnehmer*innen

Hier findet Ihr die FAQs rund um Corona für Beschäftigte. Die Fragen und Antworten werden fortlaufend aktualisiert:
https://www.verdi.de/themen/recht-datenschutz/++co++37f4d360-58b0-11ea-8408-525400b665de
Es geht unter anderem um Lockerungen im Zusammenhang mit Zugang zu Arbeitslosengeld und Hartz IV sowie Fragen zu Kurzarbeit etc.

Was Corona zeigt – unser Sozialsystem ist unzureichend

An vielen Stellen wird mehr als sonst offenbar, dass es vor allem an konkreten Hilfen für Solo-Selbstständige hapert, wenn Aufträge abrupt wegbrechen. Da wurde in der Vergangenheit schlicht versäumt, rechtliche und sozialstaatliche Regeln zu etablieren, die auch die konkreten Lebens- und Erwerbslagen der Solo-Selbstständigen berücksichtigen. Deshalb sind Handlungsoptionen, die ver.di der Politik bereits vorgeschlagen hat, aktueller denn je. Fallschilderungen von Selbstständigen, die von der Corona-Krise betroffen sind, geben wir natürlich auch weiter. Also meldet Euch gerne bei uns und schreibt eine Mail an kathlen.eggerling@verdi.de.

ver.di Vorschläge an die Politik

Hier findet Ihr mehr zu Liquiditätshilfen und der Senkung der Sozialversicherungskosten sowie den kurzfristigen Hilfen, die von ver.di vorgeschlagen werden:
https://selbststaendige.verdi.de/beratung/corona-infopool/++co++2a19c106-682d-11ea-93bf-001a4a160100
Mittelfristig wird es darauf ankommen, Selbstständige in das soziale Sicherungssystem der Bundesrepublik zu integrieren, z.B. durch Zugang zur Arbeitslosenversicherung und Aufnahme in die gesetzliche Krankenversicherung.


Wir brauchen Euren Input für den Fair Festival Award und für eine fair gestaltete Zukunft!